Ausgebrannt am Arbeitsplatz!

Müde, erschöpft, antriebslos, einfach ausgebrannt: Über das Phänomen Burnout klagt etwa jeder 5. Österreicher. Doch was genau ist ein Burnout? Wie entsteht Burnout? Und: Wie kommt man da wieder raus? Lesen Sie in unserem Blogbeitrag, wie Sie Burnout erkennen, verstehen und bekämpfen können.

Burnout – was ist das?

Seit 1974 ist das Phänomen Burnout in der psychologischen Literatur vorhanden, dennoch gibt es bis heute keine allgemein akzeptierte Definition. Weitgehende Einigkeit findet sich allerdings in folgenden Punkten:

  • Burnout entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich schleichend in verschiedenen Stadien.
  • Burnout ist ein emotionales Phänomen, das sowohl Körper als auch Geist in Mitleidenschaft zieht.
  • Burnout kann zu völliger Arbeitsunfähigkeit, im schlimmsten Fall sogar zum Suizid führen.
  • Burnout verursacht beim Betroffenen und den Angehörigen Leid, hat aber auch beträchtliche volkswirtschaftliche Kosten.
Riecht es schon brenzlig? Machen Sie den Test!

Ein Burnout lässt sich nicht klar eingrenzen. Es gibt allerdings einige Anzeichen, die für ein Burnout sprechen:

  • Veränderung der psychischen Befindlichkeit (gereizt, dauermüde, depressiv …)
  • Körperliche Beeinträchtigungen (innere Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel …)
  • Verhaltensänderung gegen Mitmenschen (negative bis aggressive Einstellungen zu Mitmenschen)
  • Sozialer Rückzug
  • Änderung der persönlichen Werte (Phänomen der inneren Kündigung, eine Art Rückzug aus der aktiven Beteiligung, um nur mehr Dienst nach Vorschrift zu tun)

Eine empfehlenswerte Testmöglichkeit findet man auf der Website der Uni Graz von Dr. Paul Jiménez. Dieser Online-Test gibt Ihnen eine Rückmeldung zu den wichtigsten Burnout-Faktoren.

Bitte beachten Sie allerdings, dass ein Burnout nicht nur aufgrund von Online-Tests diagnostiziert werden kann. Sie erhalten bei dieser Umfrage nur eine grobe Ergebnisrückmeldung. Es benötigt immer ein Einzelgespräch zur Abklärung zusätzlicher Faktoren, die mit unter eine Rolle spielen können. Falls Sie kritische Werte beim Online-Test erhalten, werden Ihnen auf der Ergebnisseite auch Experten genannt, die Ihnen professionell helfen können.

Tipp: Nehmen Sie die ersten Signale ernst. Suchen Sie so früh wie möglich Hilfe bei einem Arzt oder bei einer Beratungseinrichtung. Burnout ist keine Erkrankung der Schwachen, wie es oftmals vermittelt wird.

Bekämpfen Sie das Burnout!

Die gute Nachricht: Wer in die Burnout-Spirale gelangt ist, hat gute Chancen, ihr wieder zu entkommen. Der Burnout-Experte Dr. Vinzenz Mansmann beschreibt einige goldene Regeln, um ein Burnout zu verhindern und es selbst behandeln zu können:

  • Eingeständnis: Vertrauen Sie auf die Intelligenz Ihres Körpers. Gestehen Sie sich ein, dass der Stress in Ihrem Leben zu viel geworden ist. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil: wer Hilfe sucht, zeigt große Stärke!
  • Veränderung: Wenn Ihr Beruf oder Ihr Privatleben Sie unglücklich macht, versuchen Sie, die Umstände zu ändern.
  • Vermeiden Sie Überengagement: Versuchen Sie, die Bereiche herauszufiltern, in denen Sie sich am heftigsten überengagieren und arbeiten Sie auf einen „Druckabbau“ hin.
  • Pflegen Sie Ihre Kontakte: In stressigen Zeiten neigt man dazu, sich zurückzuziehen. So verlockend es auch sein mag, vermeiden Sie Isolation. Suchen Sie Kontakt zu Ihren Familienangehörigen und Freunden. Vertrauen Sie sich einer nahestehenden Person an – diese kann für Sie eine große Entlastung sein.
  • Schluss mit Überfürsorglichkeit: Wenn Sie gewohnheitsmäßig anderen Menschen Probleme und Pflichten abnehmen, dann lernen Sie, höflich davon Abstand zu nehmen. Sagen Sie NEIN! Auch wenn es nicht immer leichtfällt, werden Sie sehen, dass es befreiend ist und eine gute Methode, um sich selbst zu schützen.
  • Gehen Sie einen Schritt zurück: Lernen Sie, dass Sie nicht alles alleine bewältigen müssen. Treten Sie kürzer und delegieren nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Privatleben. Lassen Sie sich unterstützen.
  • Wertewechsel: Trennen Sie das Wichtige vom Unwichtigen. Dadurch sparen Sie Zeit und Energie.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist wichtig für Körper und Geist. Wenn Sie sich zusätzlich zum Alltagsstress eine strenge Diät auferlegen, dann tun Sie sich damit nichts Gutes.
  • Begrenzen Sie die Sorgen: Wenn Sie weniger Zeit mit Gedanken über Sorgen und Ängste verbringen, bekommen Sie Ihre Situation besser in den Griff. Kümmern Sie sich um Ihre wirklichen Bedürfnisse.
  • Entspannung: Versuchen Sie die 4×4 Atmung. Bei dieser Technik atmen Sie 4 Sekunden lang ein (in Gedanken zählen) und 4 Sekunden aus. Das Ganze wiederholen Sie mindestens 4 Minuten lang – bei Bedarf gerne länger.

Achtung: Wenn Sie das Gefühl haben, den Teufelskreis eines Burnouts nicht alleine durchzubrechen, dann zögern Sie nicht und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.

Nähere Informationen zum Thema Burnout finden Sie hier.

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